Archiv des Autors: Heinz Sauren

Über Heinz Sauren

Mein Leitsatz ist im Grunde ganz einfach. Einzig ein aus freiem Willen geschaffenes und auf eigener Erkenntnis beruhendes Regelwerk individueller Werte, welches vorab jedem Gesetz und jeglicher Moral seine Anwendung und bindende Gültigkeit findet, ist der Garant persönlicher Freiheit und eines Lebens in Einklang mit sich selbst. Ich nenne diese Prämisse, den anthropologischen Imperativ.

Problem Mensch

Die Menschheit hat viele Probleme. Einige wenige davon, wären mit Vernunft und gutem Willen zumindest temporär zu überwinden. Dies sind nachrangige Probleme des Umgangs der Menschen miteinander, die in Folge eines vorrangigen Problems entstehen. Hierzu zählen unter anderem Kriege, die allesamt geführt werden, weil zumindest eine kriegführende Partei sich davon die Erlangung einer Ressource verspricht. Der eigentliche und damit vorrangige Grund eines Krieges sind Rohstoffe, Energieträger oder Land.

Das vorrangige Probleme der Menschheit ist der Mangel. Im Grunde ist es der Menschheit egal, ob sie das Wasser, die Böden oder die Luft vergiftet und es berührt sie nur wenig, für den täglichen Genozid vieler Lebensformen, auf diesem Planeten verantwortlich zu sein.

Aus dem wahnwitzigen Verhalten der Menschheit entsteht jedoch auch ein Mangel für sie selbst und erst der wird als Problem wahrgenommen. Nämlich dann, wenn das Wasser nicht mehr sauber genug ist um es trinken, die Luft nicht mehr rein genug um sie zu atmen und auf den Böden vergiftete Nahrungsmittel wachsen.

Die Menschheit beansprucht sämtliche Ressourcen der Erde für sich und alle Ressourcen sind begrenzt. Ob und wie lange die vorhandenen Ressourcen ausreichen das menschliche Überleben zu sichern, hängt einzig davon ab, wie viel davon in welchem Zeitraum verbraucht wird. Es ist ein quantitatives Problem. Der Mangel entsteht, wenn nicht mehr ausreichend Ressourcen in ihrem natürlichen Zustand vorhanden sind.

Der in den letzten Jahrzehnten favorisierte Versuch, die Probleme der Menschheit als qualitative Probleme zu sehen, ist gescheitert. Der aktuelle Zustand des lebensnotwendigen Ökosystems der Erde, beweist eindeutig, dass der Glaube der Menschheit an ihre Fähigkeiten, ein Irrglaube war. Nicht die Ressourcen der Erde besser auszunutzen, etwa durch eine gerechtere Verteilung, sondern einige Ressourcen gar nicht zu nutzen, ist der einzige Ausweg aus der aktuellen Krise der Menschheit, die auch ihr eigenes Ende bedeuten kann.

Zu viel Wasser, Luft oder Böden für die Selbsterhaltung zu brauchen, ist jedoch wiederum ein nachrangiges Problem, das aus einem vorrangigen Problem resultiert. Der Mensch ist ein quantitatives Problem für seinen Heimatplaneten geworden. Allein schon seine Anzahl, gefährdet sein Überleben. In den letzten fünfzig Jahren hat sich die Anzahl der Menschen beinahe verdoppelt und obwohl in dieser Zeit viele Maßnahmen begonnen wurden, den Ressourcenverbrauch zu verringern oder das Ökosystem zu schonen, sind Verbrauch und Belastung gestiegen. Wenn sieben Milliarden Menschen ernährt werden sollen, geht das nur mit Überdüngung der Böden. Sie nicht überdüngen und damit nicht vergiften zu wollen, würde aufgrund der begrenzten bioaktiven Landmasse bedeuten, nur die Hälfte der Menschen ernähren zu können. Das gleiche gilt für den Verbrauch von Wasser, da nur ein geringer Anteil des auf diesem Planeten befindlichen Wassers für den Menschen nutzbares Süßwasser ist.

Der Glaube der Menschheit an ihre eigene Vernunft und die Rettung in letzter Minute, brachte nichts mehr als große Reden und kosmetische Hyperaktivität. Verstanden wurden die Probleme schon lange, doch alleine das nicht sein kann was nicht sein darf, scheint die mahnerische Uhr auf fünf vor zwölf verharren zu lassen. Doch es ist nicht mehr fünf vor zwölf. Der zwölf Uhr Glockenschlag des Point of no Return verhallte schon vor Jahren, hinter den dröhnenden Chören des Technikglaubens. Heute ist es offensichtlich. Keine menschliche Vernunft schützte vor dem Raubbau der Ressourcen und kein technischer Fortschritt erhielt das lebensnotwendige Ökosystem. Theoretisch mag die Menschheit in einer fernen Zukunft dazu fähig sein, doch diese Zeit hat sie nicht mehr. Es ist bereits fünf nach zwölf.

Objektiv betrachtet und das heißt, ohne einen humanistischen Bonus vorauszusetzen, ist die Überbevölkerung das eigentliche und vorrangige Problem der Menschheit. Würden anstatt sieben, nur drei Milliarden Menschen in heutigem Ausmaß Energie, Nahrung und Wasser verbrauchen und den Müll produzieren den sie heute produzieren, also so Leben wie wir heute Leben, hätte die Erde genügend Ressourcen und das Ökosystem würde sich beständig erholen. Unsere Zukunft wäre gesichert. Werden jedoch in fünfzig Jahren dreizehn Milliarden Menschen die Erde bevölkern, was nach aktuellen Prognosen wahrscheinlich ist, muss jeder Mensch seinen Verbrauch an Nahrung, Wasser und Energie halbieren und dennoch würden die Ressourcen weiter dezimiert und das Ökosystem weiter zerstört. Die Menschheit hätte kein Zukunft.

Alle jetzigen und zukünftigen Probleme der Menschheit potenzieren sich mit der Anzahl der zunehmenden Weltbevölkerung. Kriege und Epidemien werden wahrscheinlicher und die Opferzahlen werden explodieren. Umweltzerstörung und der Zusammenbruch des Ökosystems werden sich weiter rasant beschleunigen. Hunger und Armut bedingte Völkerwanderungen werden in den noch nicht betroffenen Ländern die etablierten Gesellschaftsordnungen zerstören und Bürgerkriege entfachen. Keines der auf uns zukommenden Probleme wird die Gesamtsituation verbessern, sondern nur verschlechtern.

Von der Politik ist keine Hilfe zu erwarten. Es wird sich kein Politiker finden, der seinen Wählern erklärt, das gerade sie schädlich und verantwortlich für den kommenden Zusammenbruch der Zivilisation sind. Es wird sich keine Politik etablieren, die zum Ziel hat die menschliche Zivilisation auf ein Minimum zusammen zu kürzen.

Die Erde ist ein begrenztes und geschlossenes System. Das ist eine physische und unabänderliche Tatsache. Sie bietet nur einer begrenzten Anzahl von Menschen die Ressourcen, die sie zum Leben brauchen und ein Ökosystem das ihr Überleben sichert. Die große Herausforderung für die Menschheit als solche und des Menschen an sich besteht nun darin, die Begrenztheit des Systems zu erkennen und seinem Untergang durch Überpopulation entgegen zu wirken. Der Glaube das alles nur eine Verteilungsproblematik und  durch technischen Fortschritt und gesellschaftliche Entwicklung, lösbares Problem sei, war ein Irrglaube, der an den Rand des Abgrunds geführt hat. Der nächste “Fortschritt” wird über den Rand dieses Abgrunds hinaus führen. Die Prediger des Fortschritts sind die Priester der Hölle auf Erden, die sie schufen.

Nur eine zumindest Halbierung der Menschheit, öffnet ihr noch ein Tor in die Zukunft. Heute lässt sich sagen, das jeder Mensch der nicht geboren wird, ein Hoffnungsschimmer für das gesamte Leben auf diesem Planeten ist und jeder Mensch der das Licht der Welt erblickt, tausende von Leben für seines fordern wird.

Selbst Schuld ließe sich sagen und anführen, dass der Mensch selbstbestimmt handelt und damit für sein tun verantwortlich ist. Schließlich beweist er auf diesem Weg im Grunde seine fehlende evolutionäre Überlebensfähigkeit und es ist nur konsequent wenn er sich durch Überpopulation selbst richtet. Leider ist die Menschheit als ganzes und der Mensch an sich nicht edel genug, die Folgen seiner Dummheit mit Würde zu tragen und leise von der Erde abzutreten. Er wird in seinem wehleidigen und langen Sterben, eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenpopulationen vernichten und jegliches Leben auf lange Zeit, auf diesem Planten erschweren.

Es gibt eine Zukunft, jedoch nicht für alle. Das ist eine biologische und physikalische Tatsache. Die Menschheit wird sich drastisch dezimieren, da ihr die Lebensgrundlage fehlt. Auch das ist sicher. Mögliche Szenarien dazu gibt es viele. Das wahrscheinlichste dürfte sein, das die sogenannte Erste Welt sich abschotten wird und dem Problem mit massiven Geburtenkontrollen und drastischen Kürzungen des Lebensstandards begegnet, während die Dritte Welt kaum reagiert und in heute noch unvorstellbaren Ausmaßen von Vergiftungen, Hunger und Epidemien dezimiert wird. Dazwischen liegen die Schwellenländer, auf deren Boden die Überlebensinteressen der ersten und der dritten Welt aufeinander treffen und die dann ein Band ständiger Kriege um den Globus spannen werden. Ein viele Jahrzehnte andauerndes Drama mit vernichtenden Folgen für die Menschheit, die Tier- und die Pflanzenwelt sowie des Ökosystems des gesamten Planeten.

Ein Blick auf den Globus zeigt deutlich, das es bereits begonnen hat.

Lebenserkenntnis

Die Quintessenz aus all der Bildung und Erfahrung eines ganzen Lebens lässt sich in zwei Erkenntnissen zusammenfassen.

Die erste lautet: Ich weiß, dass ich nichts weiß, aber auch das weiß ich nicht genau und ist die Weisheit um deren Verständnis kein Leben lang genug ist.

Die zweite lautet: In der letzten meiner Stunden werde ich nicht die Dinge bereuen die ich tat, sondern die, die ich nicht tat und ist der Anspruch zu dessen Erfüllung kein Leben lang genug ist.

Moral

Sie, die Heuchler der Humanität, die noch am wenigsten verstehen von der Individualität des Seins, brauchen die Moral, um den Schmerz ihrer Einfältigkeit zu ertragen.

Moral ist ihr Prügel mit dem sie das strafen, wozu sie selbst nicht den Mut finden, sich zu bekennen. Es ist ihr Knebel der ihnen verbietet zu sagen, was zu sagen wäre und es ist die Kette, die sie an den Anspruch ihrer scheinbaren Unfehlbarkeit zwingt.

Mit nichts ließe es sich besser diffamieren und denunzieren, als mit Moral. Da ist keine Dummheit und kein Wahn, der sich nicht mit Moral legitimieren ließe, da sie nichts anderes braucht, als die selbstgerechte Überzeugung der Beste zu sein, das Beste zu tun und das Beste zu wissen. Moral ist das Glaubensbekenntnis der Selbstgerechten, mit dem sie noch den zu richten vermögen, der nicht zu richten ist.

Sie glauben, das sie sich ungestraft eine Moral leisten können und sehen nicht, dass ihre Moral ihr Versagen erzwingt, da sie dazu verdammt sind, an ihr gemessen zu werden.

So haben Moralisten haben noch niemandem etwas Gutes gebracht, außer sich selbst.

Die Wissenden

Da sind drei Arten von Wissenden. Die einen die Hoffen zu Wissen, die anderen die Glauben zu Wissen und jene die Wissen zu Wissen.

Jene die Hoffen zu Wissen, sind die Ängstlichen. Im Grunde ihrer selbst erahnen sie ihr Unwissen, doch ihr Antrieb ist die Hoffnung, die sie vor der Dunkelheit ihres Unwissens bewahren soll. Ihr Wissen hat einen schönen Klang und ist von großer Leere, das ist alles was ihr Wissen ist. Sie hoffen, Wahrheiten entfliehen zu können.

Jene die Glauben zu Wissen, sind die Einfältigen. Sie sind von dem was sie zu Wissen glauben so sehr überzeugt, das ihnen jeder Zweifel fremd ist. Jede Kritik an ihrem Wissen, ist ihnen Kritik an ihnen selbst. Ihr Wissen lebt nicht von Erkenntnissen, sondern von der Darstellung ihrer selbst. Ihr Wissen ist das Wissen der großen Reden und Predigten. Sie glauben, Wahrheiten benennen zu können.

Jene die Wissen zu Wissen, sind die Vermessenen. Sie sind die Hohepriester des Beweises und der Beweis ist ihnen das höchste Wissen. Ihr Wissen ist die Begründung, die immer ausladender ist als ihre Erkenntnis. Sie stellen ihr Wissen noch vor die Wahrheit.

Der Kapitalismus

Der Kapitalismus und seine Marktwirtschaft sind in ihrer heutigen Form, ein Relikt des 19.ten Jahrhunderts. Ein Besitz vermehrendes und Macht erhaltendes System, der Epoche der Kolonialisierung und Industrialisierung. Zeitlich begründet und geprägt im Feudalismus und vor der allgemeinen Akzeptanz der Menschenrechte. Die Basis dieses Modells war der scheinbar unbegrenzte Ressourcenreichtum einer noch zu erobernden Welt.

Die heutigen Modelle westlicher Demokratien sind sowohl zeitlich als auch sachlich, bewusst gewählte Verwaltungsformen des Kapitalismus. Die ihnen inne wohnenden Freiheiten, ergeben sich aus der Freiheit des Marktes, der mit Hilfe des freien Konsums eine Maximierung seines Zieles der Gewinnoptimierung gewährleistet sieht. Die Annahme das freiheitliche Rechte das Ergebnis einer humanen Gesellschaftsentwicklung sind, ist schlicht unzutreffend. Dies gilt auch für die Annahme, dass freiheitliche Rechte unabhängig eines marktwirtschaftlichen Nutzens etabliert werden könnten.

Die Geschichte wird zeigen, dass der Kapitalismus in seinen Konsequenzen das schrecklichste und folgenschwerste System war, welches der Mensch sich je erdacht hat.