Archiv der Kategorie: Aphorismen

Lebenserkenntnis

Die Quintessenz aus all der Bildung und Erfahrung eines ganzen Lebens lässt sich in zwei Erkenntnissen zusammenfassen.

Die erste lautet: Ich weiß, dass ich nichts weiß, aber auch das weiß ich nicht genau und ist die Weisheit um deren Verständnis kein Leben lang genug ist.

Die zweite lautet: In der letzten meiner Stunden werde ich nicht die Dinge bereuen die ich tat, sondern die, die ich nicht tat und ist der Anspruch zu dessen Erfüllung kein Leben lang genug ist.

Moral

Sie, die Heuchler der Humanität, die noch am wenigsten verstehen von der Individualität des Seins, brauchen die Moral, um den Schmerz ihrer Einfältigkeit zu ertragen.

Moral ist ihr Prügel mit dem sie das strafen, wozu sie selbst nicht den Mut finden, sich zu bekennen. Es ist ihr Knebel der ihnen verbietet zu sagen, was zu sagen wäre und es ist die Kette, die sie an den Anspruch ihrer scheinbaren Unfehlbarkeit zwingt.

Mit nichts ließe es sich besser diffamieren und denunzieren, als mit Moral. Da ist keine Dummheit und kein Wahn, der sich nicht mit Moral legitimieren ließe, da sie nichts anderes braucht, als die selbstgerechte Überzeugung der Beste zu sein, das Beste zu tun und das Beste zu wissen. Moral ist das Glaubensbekenntnis der Selbstgerechten, mit dem sie noch den zu richten vermögen, der nicht zu richten ist.

Sie glauben, das sie sich ungestraft eine Moral leisten können und sehen nicht, dass ihre Moral ihr Versagen erzwingt, da sie dazu verdammt sind, an ihr gemessen zu werden.

So haben Moralisten haben noch niemandem etwas Gutes gebracht, außer sich selbst.

Die Wissenden

Da sind drei Arten von Wissenden. Die einen die Hoffen zu Wissen, die anderen die Glauben zu Wissen und jene die Wissen zu Wissen.

Jene die Hoffen zu Wissen, sind die Ängstlichen. Im Grunde ihrer selbst erahnen sie ihr Unwissen, doch ihr Antrieb ist die Hoffnung, die sie vor der Dunkelheit ihres Unwissens bewahren soll. Ihr Wissen hat einen schönen Klang und ist von großer Leere, das ist alles was ihr Wissen ist. Sie hoffen, Wahrheiten entfliehen zu können.

Jene die Glauben zu Wissen, sind die Einfältigen. Sie sind von dem was sie zu Wissen glauben so sehr überzeugt, das ihnen jeder Zweifel fremd ist. Jede Kritik an ihrem Wissen, ist ihnen Kritik an ihnen selbst. Ihr Wissen lebt nicht von Erkenntnissen, sondern von der Darstellung ihrer selbst. Ihr Wissen ist das Wissen der großen Reden und Predigten. Sie glauben, Wahrheiten benennen zu können.

Jene die Wissen zu Wissen, sind die Vermessenen. Sie sind die Hohepriester des Beweises und der Beweis ist ihnen das höchste Wissen. Ihr Wissen ist die Begründung, die immer ausladender ist als ihre Erkenntnis. Sie stellen ihr Wissen noch vor die Wahrheit.

Der Kapitalismus

Der Kapitalismus und seine Marktwirtschaft sind in ihrer heutigen Form, ein Relikt des 19.ten Jahrhunderts. Ein Besitz vermehrendes und Macht erhaltendes System, der Epoche der Kolonialisierung und Industrialisierung. Zeitlich begründet und geprägt im Feudalismus und vor der allgemeinen Akzeptanz der Menschenrechte. Die Basis dieses Modells war der scheinbar unbegrenzte Ressourcenreichtum einer noch zu erobernden Welt.

Die heutigen Modelle westlicher Demokratien sind sowohl zeitlich als auch sachlich, bewusst gewählte Verwaltungsformen des Kapitalismus. Die ihnen inne wohnenden Freiheiten, ergeben sich aus der Freiheit des Marktes, der mit Hilfe des freien Konsums eine Maximierung seines Zieles der Gewinnoptimierung gewährleistet sieht. Die Annahme das freiheitliche Rechte das Ergebnis einer humanen Gesellschaftsentwicklung sind, ist schlicht unzutreffend. Dies gilt auch für die Annahme, dass freiheitliche Rechte unabhängig eines marktwirtschaftlichen Nutzens etabliert werden könnten.

Die Geschichte wird zeigen, dass der Kapitalismus in seinen Konsequenzen das schrecklichste und folgenschwerste System war, welches der Mensch sich je erdacht hat.